PHÖNIX – Statement eines Glücksmalers

„Keine großen Mohnblüten. Keine großen Wellen. Kein Pink. Nur noch weiße Wände, wohin das Auge sieht. Ein ungewohnter Blick in die Galerie Frahm. Wo sonst Farben für eine Explosion im Auge sorgten oder den Besucher in sommerliche Landschaften entführten ist nun künstlerische Stille. Ein großer Eimer voll Asche steht im Flur. Der klägliche Rest einer künstlerischen Erfolgssträhne. Die hat der Maler jedoch selbst abgeschnitten. Und das ziemlich brutal. Denn am Osterwochenende sorgte Michael Frahm für zahlreiche geschockte Gesichter. In einem Video zeigt er, wie ein Bild nach dem anderen zerstört wurde. Von ihm selbst. … (Katja Müller)“

Frahms Statement:

Kunst uns Kultur stirbt aus. Ja das tut Sie, wenn wir Künstler nicht selber bereit sind etwas zu bewegen. Es ist Zeit für Veränderung. Dies habe ich erkannt , nachdem ich in den letzten Monaten viele Gäste in der Galerie hatte, die einfach Schnäpchen machen wollten. Danke das Ihr mir die Augen geöffnet habt. Ich habe erkannt das rein dekorative Kunst nur ein Stück persönliche Freuden bewirkt. Kunst sollte jedoch mehr sein. Sie sollte für Veränderungen motivieren und gerade in der Zeit von Netflix und Co, brauchen wir Kunst die auf die eigentlichen Misstände unserer GEsellschaft hinweist. Vielleicht ein sehr drastisches Mittel knapp 100 Kunstwerke zu verbrennen. Doch wenn dieses Mittel und die aus der Asche neu entstehenden Werke etwas bewirken, dann ist es genau das Ricchtige.

Der Virus ist nicht unser Feind und Gegner , sondern der Mensch mit seinen Eigenschaften und dem Streben nach dem Glück, welches wir meist falsch definieren. Wir sind verantwortlich für alles was passiert und passieren wird. Ursache gleich Wirkung, sagte mein Physiklehrer. Wir brauchen keine Zoos um aussterbende Tiere zu beschützen. Wir brauchen keine Heilwälder, wenn Waldwirtschaft vernüftig gesteuert wird. Wir brauchen keine Plastikmüllschlucker und kein Virus als Feind, wenn wir lernen im Einklang mit der Natur zu Leben und nicht nur von Ihr.

Meine jüngere Tochter weinte vor ein paar Wochen aus dem Nichts heraus und fragte mich: „Was ist los? Bleibt das alles so und wie geht es weiter?“ Ich antwortete Ihr mit einer typischen Floskel „Krieg ist schlimmer“ Genau das ist der Punkt . Wir sind wehleidig und jammern rum und merken nicht das wird die Ursache für das Leiden sind. Uns Menschen geht es zu gut und keiner verzichtet freiwillig gerne auf Wohlstand. Vielleicht kann jeder dennoch gerade aus dieser Zeit des Verzichts ein Stück aus dieser Krise nehmen und sich auf die kleinen Wunder dieser Welt besinnen und nicht in die Ferne schweifen und am besten den Mars besiedeln zu wollen. Wir haben eine unbeschreibliche Natur , die es lohnt zu schützen. Und meine Kunst soll in Zukunft mehr sein als nur dekorativ, sie soll motivieren jeden Tag ein Stück Verzicht für unsere Kinder und Enkelkinder zu üben.

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